{"id":76259,"date":"2026-04-11T05:47:38","date_gmt":"2026-04-11T05:47:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/?p=76259"},"modified":"2026-04-11T05:47:38","modified_gmt":"2026-04-11T05:47:38","slug":"einmal-olympia-und-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/2026\/04\/11\/einmal-olympia-und-zurueck\/","title":{"rendered":"Einmal Olympia und zur\u00fcck!"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;article-heading&#8220; uncode_shortcode_id=&#8220;230129&#8243;]<span class=\"font-762333\" style=\"color: #000080;\">1948 fanden die bislang letzten Olympischen Winterspiele in der Schweiz statt. Und fr\u00fchestens in 12 Jahren die n\u00e4chsten. 2026 war Olympia allerdings so nahe an der Schweiz wie noch nie \u2013 und mit dem Postauto war sogar ein Wahrzeichen der Schweiz Teil des Verkehrskonzeptes.<\/span>[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8220;article-author&#8220; uncode_shortcode_id=&#8220;203276&#8243;]Ein Bericht von Jonas Schaufelberger (Text und Fotos).[\/vc_column_text][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;150329&#8243;]Winterspiele in Milano? Kann man machen. Schliesslich waren Winterspiele in Grossst\u00e4dten in den letzten Jahrzehnten zunehmend \u00fcblich. Doch wie anderen Grossst\u00e4dten fehlen auch Milano entscheidende Zutaten f\u00fcr Winterspiele: Regelm\u00e4ssiger Schneefall und Berge. Und so fanden die Winterspiele erstmals offiziell nicht in einer Stadt statt, sondern in deren zwei. Um m\u00f6glichst viele bestehende Infrastrukturen zu nutzen, wurden die Wettk\u00e4mpfe aber nicht nur in den namensgebenden St\u00e4dten Cortina d\u2019Ampezzo und Milano ausgetragen, sondern auch in weiteren Wintersportorten. F\u00fcr Snowboard und Freestyle-Ski wurde Livigno auserkoren, und damit ein Ort in unmittelbarer N\u00e4he zur Schweiz.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76250&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;326987&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;129493&#8243;]\r\n<h4><strong>Zwischen P\u00e4ssen und Tunnels<\/strong><\/h4>\r\nMit der Ortswahl stellte sich allerdings ein praktisches Problem: Denn es gibt keine \u00abeinfache\u00bb Strassenverbindung ins sehr abgelegene Livigno. Mit dem n\u00e4chstgelegenen Austragungsort Bormio ist das Zollfreigebiet \u00fcber eine lange Passfahrt \u00fcber Passo Eira und Passo Foscagno verbunden \u2013 es ist die einzige direkte Strasse von Livigno nach \u00abRest-Italien\u00bb. Ein weiterer Pass, die Forcola di Livigno, f\u00fchrt in die Schweiz zur Bernina-Passstrasse und ist im Winter geschlossen. Bleibt noch die Strassenverbindung ins Engadin: 1965 er\u00f6ffnet, f\u00fchrt der Munt-la-Schera-Tunnel vom Staudamm bei Punt dal Gall zur Ofenbergstrasse bei Punt la Drossa. Das Problem bei dieser Verbindung: der Tunnel wurde 1965 zur Erschliessung des Staudamms Punt dal Gall erbaut, ist eine Privatstrasse im Besitz der Engadiner Kraftwerke und wurde, seiner Funktion als Werkstrasse entsprechend, nur einspurig erbaut. Im Normalbetrieb regeln Lichtsignale die Fahrtrichtung, und jeder Nutzer hat bei der Bezahlstation auf der Staumauer an der Landesgrenze eine Geb\u00fchr zu bezahlen. Alles andere als optimal f\u00fcr die leistungsf\u00e4hige Zufahrt zu einem Grossanlass.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76251&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;214239&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;174800&#8243;]<strong>Auftritt Postauto<\/strong>\r\n\r\nF\u00fcr den Kanton Graub\u00fcnden war rasch klar, dass ein ungeregelter Zugang nach Livigno zu einem grossr\u00e4umigen Verkehrschaos f\u00fchren k\u00f6nnte. Die L\u00f6sung? Eine Verkehrsbeschr\u00e4nkung. W\u00e4hrend zwei Wochen war der Privatverkehr zwischen dem Engadin und Livigno nur mit spezieller Genehmigung, etwa f\u00fcr Hotelg\u00e4ste, Grenzg\u00e4nger und VIP-Transporte, gestattet \u2013 und dies nur zu gewissen Zeiten.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76252&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;757623&#8243;][vc_single_image media=&#8220;76253&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;179596&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;587438&#8243;]\u00abDraussen bleiben\u00bb musste trotzdem niemand. W\u00e4hrend einer ausgedehnten Betriebszeit, je nach angesagten Rennen zwischen 06 Uhr und Mitternacht, wurde ein Shuttlebusbetrieb zwischen Zernez und Livigno angeboten, in Spitzenzeiten gar viertelst\u00fcndlich. Erg\u00e4nzt wurden die Busse durch zus\u00e4tzliche Shuttles maximal im Halbstundentakt ab M\u00fcstair, wo, genauso wie in Zernez, ein Park-and-Ride angeboten wurde (der im Gegensatz zu jenem in Zernez auch f\u00fcr den S\u00fcdtiroler Markt interessant war). \u00dcber 34 Fahrzeuge, teils extra bis zu diesem Event durch \u00e4ltere Fahrzeuge ersetzt, standen f\u00fcr das Konzept im Einsatz, bis zu 30 (26 Uml\u00e4ufe und 4 Reservefahrzeuge) gleichzeitig.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76254&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;203927&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;858578&#8243;]Die Kurse wurden als Linie 815 klassiert, diese Linie verbindet ansonsten etwa zweist\u00fcndlich Zernez und Livigno und wird durch den lokalen Busbetreiber Autoservizi Silvestri betrieben. Die Hauptkurse erschienen im Online-Fahrplan und wurden bei entsprechender Nachfrage durch zus\u00e4tzliche Fahrten erg\u00e4nzt. Und: Es galten die normalen \u00d6V-Tarife, ein Kauf war also \u00fcber alle Schweizer Kan\u00e4le m\u00f6glich. Das Konzept bew\u00e4hrte sich sehr gut \u2013 in einigen Augen sogar zu gut: Kritisiert wurden letztlich nicht etwa betriebliche M\u00e4ngel, sondern die zu gross dimensionierten Park-and-Rides, die wegen der attraktiven \u00d6V-Reiseketten direkt ins Unterland wesentlich weniger genutzt wurden als angenommen. 41&#8217;000 Fahrg\u00e4ste auf den Shuttlebussen, bei nur gerade 1&#8217;200 Autos mit im Schnitt etwa 2.5 Personen pro Auto auf dem offiziellen Park-and-Ride, ein \u00d6V-Anteil also von rund 85%!\r\n<h4><strong>Der Teufel steckt im Detail\u2026 <\/strong><\/h4>\r\nDie Organisation des Betriebs war alles andere als trivial. Grund war vor allem der erw\u00e4hnte Tunnel Munt la Schera. Dieser wurde f\u00fcr die Betriebszeit durch den Kanton von den Kraftwerken gemietet, die Tunnelgeb\u00fchren w\u00e4hrend dieser Zeit vom Mietpreis abgezogen. Da der einspurige Tunnel nur einen einzigen Rettungszugang umfasst, musste auch ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden: beidseits des Tunnels waren Fahrzeuge f\u00fcr die Pannenhilfe stationiert, es durften maximal drei besetzte Busse (oder bis zu 5, aber nur der erste davon besetzt) im Konvoi gleichzeitig im Tunnel unterwegs sein, und zwischen den Bussen mussten 150 Meter Abstand eingehalten werden. Um dies sicherzustellen, mussten nebst den Nothelfern auch Verkehrsdienste organisiert werden, und auch die regul\u00e4re Besetzung der Mautstationen blieb bestehen.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76255&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;166343&#8243;][vc_single_image media=&#8220;76256&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;985472&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;825070&#8243;]Seitens Postauto war das Personalaufgebot ebenfalls betr\u00e4chtlich: ein Einsatzleiter war w\u00e4hrend der ganzen Betriebszeit in Zernez oder Livigno vor Ort und koordinierte alles, was es zu koordinieren gab. Dabei musste auch auf kurzfristige \u00c4nderungen reagiert werden, waren doch die Fahrpl\u00e4ne tagesgenau und in Abstimmung mit den Veranstaltungen in Livigno geplant. In der zweiten Woche sorgte das Wetter f\u00fcr \u00dcberraschungen, Rennen mussten verschoben werden und Lawinenniederg\u00e4nge f\u00fchrten zu kurzzeitigen Unterbr\u00fcchen auf einzelnen Abschnitten. Am letzten Betriebstag waren dann trotz allen Hoffnungen auch noch Schneeketten erforderlich; da solche im Tunnel nicht gern gesehen und auf der anschliessenden flachen Strecke dem Stausee entlang nicht notwendig waren, musste Plan B mit Umstieg in Punt la Drossa aktiviert werden.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;76257&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;127003&#8243;][vc_single_image media=&#8220;76258&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;959541&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;169688&#8243;]Auf solche Eventualit\u00e4ten war man nat\u00fcrlich vorbereitet. Und so wurde der Schweizer \u00d6V den G\u00e4sten in Italien als professionell und leistungsf\u00e4hig pr\u00e4sentiert. Ob sich in 12 Jahren die Chance bietet, dies auch an Olympischen Spielen in der Schweiz zu beweisen?[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;figcaption&#8220; uncode_shortcode_id=&#8220;517264&#8243;]<strong>Titelbild:<\/strong> \u00abLivigno Olimpico\u00bb \u2013 gut sichtbar tragen die Postautos, hier ein Setra 415H der Berner Oberl\u00e4nder Regie, am Park-and-Ride in Zernez den klingenden Namen der gr\u00f6ssten Wintersport-Veranstaltung der Welt auf den Displays. Die Haltestelle am Engadiner Ausgangspunkt der Linie wurde letztlich kaum genutzt \u2013 die meisten Nutzer reisten direkt mit der Bahn aus dem Unterland an und stiegen am Bahnhof Zernez auf die Busse um.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_accordion gutter_simple=&#8220;0&#8243; uncode_shortcode_id=&#8220;689227&#8243;][vc_accordion_tab gutter_size=&#8220;2&#8243; column_padding=&#8220;2&#8243; title=&#8220;Danke!&#8220; tab_id=&#8220;1535988182-1-8815360028425301536003142046da77-327d&#8220;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;564343&#8243;]Herzlichen Dank an PostAuto und insbesondere Einsatzleiter Sigi Lechner f\u00fcr den Hinweis auf den Sondereinsatz, die &#8222;Foto-Einsatz-Leitung&#8220; und die kritische Pr\u00fcfung des Artikels![\/vc_column_text][\/vc_accordion_tab][vc_accordion_tab gutter_size=&#8220;2&#8243; column_padding=&#8220;2&#8243; title=&#8220;Fahrzeugeinsatz&#8220; tab_id=&#8220;1774506530608-1-1&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;880772&#8243;]Folgende Fahrzeuge gelangten unter anderem zum Einsatz:\r\n<ul>\r\n \t<li>2 Setra 415H der Regiebetriebe Interlaken\/Aeschi<\/li>\r\n \t<li>1 Solaris Urbino 12 der Regie Gelterkinden\/M\u00f6hlin<\/li>\r\n \t<li>1 Solaris New Urbino 12 von PU Steffen, Remetschwil<\/li>\r\n \t<li>1 MAN NL323\/A21 Lion&#8217;s City der Regie Reichenburg<\/li>\r\n \t<li>1 Volvo 8900LE 12 der Regie Engelburg<\/li>\r\n \t<li>Diverse Crossway LE 12 u.a. von den Regiebetrieben Scuol, Chur, Heiden<\/li>\r\n \t<li>2 Iveco Crossway LE 10.8 von PU Gaudenz, Andeer<\/li>\r\n \t<li>1 Iveco Crossway LE 10.8 von PU Balzarolo, Poschiavo<\/li>\r\n \t<li>3 Scania CityWide LE Hybrid von PU Eurobus Ostschweiz, Goldach<\/li>\r\n \t<li>Diverse Fahrzeuge von PU Terretaz, Zernez (insbesondere Setra 412UL, Citaro LE, aber auch Setra 415H)<\/li>\r\n \t<li>1 MAN NL330\/12C Lion&#8217;s City 12 von BUS Chur (EngadinBus)<\/li>\r\n \t<li>2 Setra S510LE und 4 Citaro K von Autoservizi Silvestri SA, Livigno<\/li>\r\n<\/ul>\r\n[\/vc_column_text][\/vc_accordion_tab][\/vc_accordion][\/vc_column][\/vc_row]<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"1948 fanden die bislang letzten Olympischen Winterspiele in der Schweiz statt. 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