{"id":75532,"date":"2020-06-11T10:00:15","date_gmt":"2020-06-11T10:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/?p=75532"},"modified":"2020-06-11T17:52:15","modified_gmt":"2020-06-11T17:52:15","slug":"im-kleinbus-zum-naturerlebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/2020\/06\/11\/im-kleinbus-zum-naturerlebnis\/","title":{"rendered":"Im Kleinbus zum Naturerlebnis"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;article-heading&#8220;]<span class=\"font-762333\" style=\"color: #000080;\">Mit drei Kleinbussen f\u00e4hrt die Firma Kander Reisen aus Frutigen im Auftrag einer Bergbauerngenossenschaft von Kandersteg ins Gasterntal. Damit bringt man haupts\u00e4chlich Wanderer zum L\u00f6tschenpass \u2013 Tal und Buslinie sind aber auch so h\u00f6chst interessant! <\/span>[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8220;article-author&#8220;]Ein Bericht von Jonas Schaufelberger (Text und Fotos).[\/vc_column_text][vc_column_text]Die Schweizer Alpen waren stets ein Hindernis im Verkehr zwischen Norden und S\u00fcden; egal, welche St\u00e4mme, V\u00f6lker und heute L\u00e4nder auf den beiden Seiten hausten, das Bed\u00fcrfnis, das Gebirge zu \u00fcberqueren, existierte. Es gibt Belege, dass der L\u00f6tschenpass, welcher vom Gastern- ins L\u00f6tschental und somit vom Berner Oberland ins Oberwallis f\u00fchrt, schon in pr\u00e4historischer Zeit begangen war. Die erste schriftliche Erw\u00e4hnung des Passes datiert auf 1352.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75534&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Doch w\u00e4hrend \u00fcber andere P\u00e4sse heute Autobahnen, Schnellstrassen oder spektakul\u00e4re Bahnlinien f\u00fchren, ist der L\u00f6tschenpass mit seinem noch heute abschnittweise existierenden Saumpfad bis dato den Fussg\u00e4ngern vorbehalten \u2013 die Eisenbahn durchquert den Berg mehr als tausend Meter tiefer gleich zweimal. Mit dem L\u00f6tschenpass blieb auch das Gasterntal von grossen zivilisatorischen Eingriffen verschont \u2013 dass es trotzdem mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr erschlossen ist, verdankt es nicht zuletzt den wirtschaftlichen Nachwehen des ersten Weltkrieges.\r\n\r\n<strong>Eine technische Meisterleistung<\/strong>\r\n\r\nIn der Wirtschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg war es \u00fcblich, Arbeitslose zu besch\u00e4ftigen, indem man sie f\u00fcr Projekte f\u00fcr die Allgemeinheit einsetzte. Eines davon war der Bau einer Fahrstrasse von Eggenschwand bei Kandersteg durch die \u00abChluse\u00bb genannte Engstelle ins Gasterntal \u2013 Hauptzweck des Baus war wohl die motorisierte Erschliessung der verschiedenen Alpen im Tal und weniger die F\u00f6rderung des nach dem Krieg zun\u00e4chst brachliegenden Bergtourismus. Die Strasse wurde \u00fcber weite Abschnitte in den Fels gehauen und mit waghalsig angelegten St\u00fctzmauern gesichert; des Weiteren umfasst sie zwei Tunnels.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75535&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;figcaption&#8220;]<strong>Titelbild:<\/strong> Wer sich mit dem \u00d6V komfortabel ins Gasterntal transportieren lassen m\u00f6chte, braucht etwas Nerven: Die in den Fels gehauene Klusenstrasse pr\u00fcft erstmals die H\u00f6hentauglichkeit der Wanderer \u00fcber den L\u00f6tschenpass \u2013 sie werden sie auf dem Wanderweg nochmals unter Beweis stellen m\u00fcssen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;40&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75536&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]Direkt nach Durchquerung der Schlucht \u00f6ffnet sich das Tal \u2013 und die Fahrt geht weiter \u00fcber eine Schotterpiste bis in den Weiler Selden, dem Ausgangspunkt f\u00fcr die Wanderung \u00fcber den L\u00f6tschenpass. Zwei Berggasth\u00e4user sind dort angesiedelt \u2013 ein weiteres liegt oberhalb der Klusenstrasse auf halbem Weg von Kandersteg hierhin, ein viertes eine gute Wanderstunde hinter Selden. Nebst Passwanderern beherbergen die Gasth\u00e4user nat\u00fcrlich auch G\u00e4ste, welche die Ruhe und Natur im Tal geniessen wollen \u2013 und die hat es in sich: Weder befestigte Strassen noch Wasserkraftwerke stehen der Natur hier im Weg. Seit 2012 ist der zentrale Abschnitt des Tals, bereits zuvor als Landschaft sowie Auengebiet von nationaler Bedeutung klassiert, streng gesch\u00fctzt als eine der letzten und gr\u00f6ssten nat\u00fcrlichen Auen der Schweiz.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75537&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]<strong>Busbetrieb mit Hindernissen<\/strong>\r\n\r\nDas macht freilich die Erschliessung der Landschaft nicht nur einfacher: Im Talboden ist eine verl\u00e4ssliche Strassenf\u00fchrung unm\u00f6glich, zu oft w\u00fcrde sie durch die m\u00e4andernden Gew\u00e4sser weggesp\u00fclt. Am Rand in leicht erh\u00f6hter Lage, wo die Strasse meist entlangf\u00fchrt, drohen Murg\u00e4nge und Felsst\u00fcrze aus den vom Doldenhorn steil abfallenden Runsen. Trotzdem sind l\u00e4ngere Betriebsunterbr\u00fcche relativ selten: da \u00fcber die B\u00e4che keine Br\u00fccken, sondern nur Furten f\u00fchren, gibt es auch bei Unwettern keine gr\u00f6sseren Sch\u00e4den, es reicht, das in der Furt abgelagerte Ger\u00f6ll wegzur\u00e4umen.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75538&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75539&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Dass auf einer solchen Strecke nur Kleinbusse verkehren k\u00f6nnen, versteht sich von selbst. Als Betreiber amtet seit 1979 die Firma Kander Reisen aus Frutigen; zuvor war (ab der Er\u00f6ffnung der Linie im Jahr 1962) Reiseunternehmer und Hotelier Schwitter aus Kandersteg im Einsatz. Kander Reisen setzt heute drei Kleinbusse der Bauart Renault Master ein \u2013 sie wurden 2003 beschafft und werden ausserhalb der kurzen Saison auch im \u00fcbrigen Reiseverkehr verwendet. Ohnehin ist die Firma f\u00fcr den Busbetrieb, der seit 2010 aufgrund der nicht gegebenen Erschliessungsfunktion (das Gasterntal ist nur im Sommer bewohnt) kantonal anstatt eidgen\u00f6ssisch konzessioniert ist, so etwas wie die \u00abSchaltzentrale\u00bb: Hier laufen an Spitzentagen die Telefone heiss, wenn sich Wanderer einen Platz auf der reservationspflichtigen Linie sichern wollen. Faktisch ist die Firma aber nur Transportbeauftragte, denn die Konzession der Linie wird seit 1979 jeweils an die B\u00e4uert Gastern, die lokale Bergbauerngenossenschaft, ausgestellt, welche auch gleich Besitzerin der befahrenen Strasse ist. Als kantonale Konzession\u00e4rin m\u00fcsste die B\u00e4uert ihren Fahrplan eigentlich nicht zwingend publizieren \u2013 da dies aber auch freiwillig m\u00f6glich ist und im Gegenzug die Buskurse auch in den Online-Medien auftauchen, wird dies jedoch weiterhin so gehandhabt.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75540&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;40&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75541&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit drei Kleinbussen f\u00e4hrt die Firma Kander Reisen aus Frutigen im Auftrag einer Bergbauerngenossenschaft von Kandersteg ins Gasterntal. 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