{"id":75351,"date":"2019-11-19T00:00:18","date_gmt":"2019-11-19T00:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/?p=75351"},"modified":"2019-11-19T03:00:44","modified_gmt":"2019-11-19T03:00:44","slug":"die-lebensader-der-s5-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/2019\/11\/19\/die-lebensader-der-s5-stadt\/","title":{"rendered":"Die Lebensader der S5-Stadt"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;article-heading&#8220;]Dass eine Stadt nach einer Bahnlinie benannt wird, ist eher selten. Trotzdem ist in der Fachwelt die &#8222;S5-Stadt&#8220; durchaus ein Begriff &#8211; wir beleuchten Geschichte und Verkehr auf der Linie ins Z\u00fcrcher Oberland, welche weit mehr als nur eine halbst\u00fcndliche S-Bahn zu bieten hat.[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8220;article-author&#8220;]Ein Bericht von Jonas Schaufelberger (Text und Fotos).[\/vc_column_text][vc_column_text]Dass Bahnlinien nach den bedienten D\u00f6rfern benannt werden, ist durchaus \u00fcblich \u2013 als Beispiele k\u00f6nnen etwa das \u00abL\u00e4ufelfingerli\u00bb, das \u00abBipperlisi\u00bb oder das \u00abWilerb\u00e4hnli\u00bb dienen. Dass eine Stadt nach einer Bahnlinie benannt wird, ist dagegen eher selten. Genau genommen handelt es sich bei der so genannten \u00abS5-Stadt\u00bb auch nicht im eine Stadt, sondern um eine lineare Ansammlung von stark wachsenden St\u00e4dten und Gemeinden, welche entlang der Bahnlinie zwischen Z\u00fcrich und Rapperswil liegen. Die Einf\u00fchrung der S-Bahn Z\u00fcrich mit ihrer stark beschleunigten S5 hat hier zu einem starken Wachstum gef\u00fchrt, und in der Diskussion \u00fcber deren Auswirkungen wurde auch der Begriff der S5-Stadt erfunden.[\/vc_column_text][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Die Anf\u00e4nge der Oberland-Linie<\/strong><\/h4>\r\nDie Wurzeln der Linie sind bereits im Jahr 1856 zu finden \u2013 damals er\u00f6ffnete die Glatthalbahn ihre Bahnstrecke zwischen Wallisellen und Uster, welche in den folgenden Jahren nach Wetzikon (1857), R\u00fcti (1858) und Rapperswil (1859) verl\u00e4ngert wurde. Ab 1857 geschah dies bereits unter dem Namen der Vereinigten Schweizerbahnen (VSB), in der die Glatthalbahn aufging.\r\n\r\nAnf\u00e4nglich hatte die Strecke eine gewisse \u00fcberregionale Bedeutung als Verbindung von Z\u00fcrich in den Kanton Graub\u00fcnden, da die direkte Verbindung \u00fcber Thalwil und Pf\u00e4ffikon SZ nach Ziegelbr\u00fccke erst 1875 in Betrieb ging. Noch bis zur Verstaatlichung der meisten Normalspurbahnen im Jahr 1902 rollten einige Schnellz\u00fcge wie der 1884 eingef\u00fchrte Arlberg-Express nach Wien durch das Z\u00fcrcher Oberland. Danach beschr\u00e4nkte sich die Bedeutung auf den Verkehr von und nach den Oberl\u00e4nder Gemeinden, wobei dieser aufgrund der fortschreitenden Industrialisierung entlang des Aabachs und der Jona sowohl bez\u00fcglich Personen als auch bez\u00fcglich G\u00fctervolumen durchaus respektabel war.[\/vc_column_text][vc_column_text]<strong>Elektrifizierung und Doppelspurausbau<\/strong>\r\n\r\nIm Jahr 1932 wurde die Strecke elektrifiziert \u2013 sechs Jahre nach der rechtsufrigen Z\u00fcrichseebahn entlang der Goldk\u00fcste, auf welcher die mit Fe 4\/4 gef\u00fchrten \u00abArbeiter-Pullmann\u00bb schon Ende der 20er-Jahre eine neue \u00c4ra mit Pendelzugbetrieb sowie einheitlichem, komfortablem Rollmaterial einl\u00e4uteten. Der schrittweise R\u00fcckgang der klassischen Textilindustrie im Oberland f\u00fchrte dann aber bald zur Stilllegung einiger Nebenbahnen \u2013 auch die normalspurigen Uerikon-Bauma-Bahn wurde 1948 eingestellt.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75373&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Die Oberland-Linie selbst war mit einem soliden Grundaufkommen nie gef\u00e4hrdet; die vorhandenen Fahrg\u00e4ste rechtfertigten auch die F\u00fchrung von einigen Eilz\u00fcgen, welche die Strecke mit Halt nur an ausgew\u00e4hlten Zwischenhalten bedienten \u2013 eine Art Vorl\u00e4ufe der beschleunigten S-Bahnen. Die Fahrt Z\u00fcrich HB\u00ad\u2013Rapperswil dauerte vor Einf\u00fchrung des Taktfahrplans je nach Haltepolitik \u2013 vor allem Jona und Z\u00fcrich Wipkingen wurden nicht von allen Z\u00fcgen bedient \u2013 zwischen 55 und 65 Minuten, danach wurde sie auf rund 60 Minuten systematisiert und die Fahrt st\u00fcndlich, an Werktagen zeitweise halbst\u00fcndlich angeboten.\r\n\r\nIm Jahr 1979 bewilligte die Z\u00fcrcher Stimmbev\u00f6lkerung den Doppelspurausbau der Glattal-Linie bis Uster, die bis 1984 umgesetzt wurde. Sie brachte den bedienten Ortschaften auch moderne Stationen mit Seitenperrons und Unterf\u00fchrungen anstelle der bisherigen \u00abLandbahnh\u00f6fe\u00bb. Die klassischen Bahnhofsgeb\u00e4ude aus der Er\u00f6ffnungszeit der Bahn gingen dabei mit Ausnahme von Uster verloren.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75375&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; lbox_no_arrows=&#8220;yes&#8220;][vc_single_image media=&#8220;75376&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; lbox_no_arrows=&#8220;yes&#8220;][vc_column_text]<strong>Die S-Bahn kommt<\/strong>\r\n\r\nEin Quantensprung brachte die Einf\u00fchrung der S-Bahn Z\u00fcrich im Mai 1990. Das Angebot wurde in diesem Zuge ausgebaut und in schnelle und langsame S-Bahnen unterteilt \u2013 ein Prinzip, das im restlichen Kanton erst nach und nach eingef\u00fchrt wurde. Mit der gleichzeitigen Er\u00f6ffnung der Z\u00fcrichberglinie Z\u00fcrich HB \u2013 Stadelhofen \u2013 Stettbach \u2013 Dietlikon \/ D\u00fcbendorf wurde ausserdem eine direkte Anbindung an den Bahnhof Stadelhofen beim wichtigen Verkehrsknoten Bellevue geschaffen, sowie die M\u00f6glichkeit, die Z\u00fcge von der Oberlandlinie \u00fcber Z\u00fcrich hinaus durchzubinden. So wurde die S5 geschaffen, welche ab Pf\u00e4ffikon SZ \u00fcber Rapperswil \u2013 Wetzikon \u2013 Stadelhofen \u2013 Z\u00fcrich weiter nach Oerlikon, B\u00fclach und Rafz (bzw. in der anderen halben Stunde nach Niederweningen) f\u00fchrte; zwischen Wetzikon und Stadelhofen hielt sie nur in Uster. Die Bedienung der Zwischenhalte wurde durch die S14 \u00fcbernommen, welche ab Z\u00fcrich HB den klassischen Weg \u00fcber Wipkingen, Oerlikon und Wallisellen nahm und ab Wetzikon nach Hinwil weiterfuhr. Zusammen mit der S2 und S6, die sich zwischen Effretikon und Wetzikon zu einem Halbstundentakt erg\u00e4nzten, entstand in Wetzikon zu den Minuten xx.15 und xx.45 ein Vollknoten mit Anschl\u00fcssen in alle Richtungen, auf welchen neu auch die Buslinien der Verkehrsbetriebe Z\u00fcrichsee und Oberland (VZO) sauber abgestimmt werden konnten.\r\n\r\nZwischen Uster und D\u00fcbendorf wurde die S14 durch die S9 zum Viertelstundentakt erg\u00e4nzt, die dann aber den schnelleren Weg \u00fcber Stettbach nach Z\u00fcrich nahm und von dort weiter \u00fcber das Knonauer Amt nach Zug f\u00fchrte.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75377&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;figcaption&#8220;]<strong>Titelbild<\/strong><strong>: <\/strong>Die \u00abS5-Stadt\u00bb d\u00fcrfte wohl das einzige Siedlungsgebiet der Schweiz sein, das \u2013 wenn nicht im allgemeinen Sprachgebrauch, dann doch unter Fachleuten \u2013 nach einer S-Bahn benannt ist. Als einzige St. Galler Gemeinde an der Linie geh\u00f6rt zwar Rapperswil-Jona im urspr\u00fcnglichen Sinn nicht zur Bandstadt im Z\u00fcrcher Oberland, aber daf\u00fcr zu den Hauptprofiteuren der S5 und ihrer heutigen \u00abSchwester\u00bb S15, welche eine ann\u00e4hernde Halbierung der Fahrzeiten in die Stadt Z\u00fcrich gebracht haben. RABe 511 051 hat den Bahnhof Jona verlassen und f\u00e4hrt nun im letzten Abendlicht \u00fcber den Bahndamm bergw\u00e4rts in Richtung Kanton Z\u00fcrich.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;40&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75378&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]Um dieses Angebot bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, wurde die Strecke weiter ausgebaut; bis im Mai 1990 wurden die Streckenabschnitte Aathal \u2013 Wetzikon und Rapperswil \u2013 Jona (genauer, bis zur Dienststation Gr\u00fcnfeld etwa 200 Meter n\u00f6rdlich der Haltestelle Jona) auf Doppelspur ausgebaut. Beide Ausbauten hatten massive Eingriffe zur Folge: in Aathal wurde die Strecke begradigt, die neue Haltestelle mit Mittelperron endet direkt am Portal eines 265 Meter langen, neuen Doppelspurtunnels. In Jona, wo erst 1980 eine Haltestelle an der eingleisigen Strecke eingerichtet wurde, mussten der bestehende Einschnitt durch den Gr\u00fcnfels-H\u00fcgel sowie der beidseits anschliessende Damm verbreitert werden, um Platz f\u00fcr ein zweites Gleis und einen zweiten Aussenperron zu schaffen. Die Fahrzeit wurde dank Z\u00fcrichberglinie und beschleunigten S-Bahnen massiv reduziert: Statt rund 60 Minuten dauerte die Fahrt Z\u00fcrich HB\u2013Rapperswil nun noch 35 Minuten, schneller als bisher entlang der \u00abGoldk\u00fcste\u00bb \u00fcber Meilen.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75380&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75381&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Auch der Fahrzeugeinsatz \u00e4nderte sich mit der Einf\u00fchrung der S-Bahn: Waren bisher mehrheitlich Pendelz\u00fcge mit Triebwagen RBe 4\/4, Re 4\/4 oder gar BDe 4\/4 Standard, wurden nun sukzessive die vierteiligen DPZ-Pendelz\u00fcge mit Re 450 und Doppelstockwagen eingesetzt, \u00fcblicherweise in Einfachtraktion, in den Hauptverkehrszeiten aber auch in Doppeltraktion oder sogar in 300 Meter langen Dreifachkompositionen. Die Abl\u00f6sung des bestehenden Materials zog sich allerdings bis zum Ende der Lieferfrist 1998 hin, lediglich die von Beginn an sehr stark frequentierte S5 wurde relativ rasch auf DPZ umgestellt. Auch nach 1998 blieben die inzwischen zu RBe 540 modernisierten Triebwagen aus den 1960er-Jahren ein gewohntes Bild, nun allerdings auf den nummernlosen HVZ-S-Bahnen, welche die S5 in Lastrichtung zu einem ungef\u00e4hren Viertelstundentakt erg\u00e4nzten.\r\n<h4><strong>Der Viertelstundentakt kommt\u2026 <\/strong><\/h4>\r\nSchon kurz nach ihrer Einf\u00fchrung musste die S-Bahn Z\u00fcrich ausgebaut werden. W\u00e4hrend die erste und zweite Teilerg\u00e4nzung die Oberlandlinie nicht betrafen, wurde im Rahmen der dritten Teilerg\u00e4nzung bis Dezember 2006 ein Doppelspurabschnitt zwischen Bubikon und R\u00fcti erstellt. Dieser erm\u00f6glichte die Kreuzung zwischen der S5 und der Zusatzz\u00fcge auf offener Strecke; diese Neutrassierung der Zusatzz\u00fcge erm\u00f6glichte es, dass diese untereinander zwischen Rapperswil und Jona sowie in Wetzikon kreuzen und somit in beide Richtungen gleichzeitig fahren konnten. Aus den Zusatzz\u00fcgen entstand damit eine neue Linie. Sie erhielt die Nummer S15 und wurde zu Beginn von Montag bis Freitag gef\u00fchrt; \u00fcber Z\u00fcrich hinaus verkehrte sie zuerst bis Birmensdorf und nach Abschluss der Teilerg\u00e4nzung im Dezember 2007 bis Affoltern am Albis. Anf\u00e4nglich kamen in den Hauptverkehrszeiten die betagten RBe-540 als \u00abSandwich\u00bb mit einem Triebwagen an beiden Zugsenden zum Einsatz, in den ruhigeren Tageszeiten DPZ-Pendelz\u00fcge.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75382&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Die Entlastungswirkung der neuen S-Bahn auf die S5 hielt sich anf\u00e4nglich in Grenzen, was zum Teil den anf\u00e4nglich nicht auf diese Z\u00fcge ausgerichteten Anschluss-Buslinien, aber nach Einsch\u00e4tzung der Besteller auch auf das alte Rollmaterial zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Die Abl\u00f6sung nahte in Form der neuen Doppelstock-Triebz\u00fcge vom Typ RABe 514 (DTZ); im gelenkten Einsatz auf der S14 gelangten die Z\u00fcge im Sommer 2006 erstmals in den kommerziellen Einsatz, wobei sie die damals noch regelm\u00e4ssig zu sehenden Mirage-Triebz\u00fcge RABDe 510 ersetzten.\u00a0 Sobald die Z\u00fcge definitiv abgenommen wurden, waren sie auch auf der S15 zu sehen, welche sie im Dezember 2008 integral \u00fcbernahmen. Gleichzeitig wurden diverse Buslinien auf die S15 ausgerichtet, was der neuen Linie zum Durchbruch verhalf. Mit fortschreitender Ablieferung gelangten auch mehr Z\u00fcge auf die S14, welche ab dem April 2009 ebenfalls vollst\u00e4ndig mit diesen neuen Niederflurtriebz\u00fcgen bedient wurde.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;0&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75383&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]<strong>Grosse Umstellungen durch die vierte Teilerg\u00e4nzung <\/strong>\r\n\r\nAb Dezember 2011 kam die neuste Generation von Z\u00fcrcher S-Bahn-Z\u00fcgen zum Einsatz: die von Stadler gelieferten Triebz\u00fcge des Typs RABe 511, vom Hersteller \u00abKISS\u00bb genannt, bei der SBB als RV-Dosto (RVD) gef\u00fchrt. Aufgrund der M\u00f6glichkeit, die Z\u00fcge am Z\u00fcrcher Hauptbahnhof auszutauschen, und der relativ kurzen Streckenl\u00e4nge wurde wiederum die S14 als erste Einsatzstrecke ausgew\u00e4hlt, bevor die Z\u00fcge, erstmals in der Geschichte der Z\u00fcrcher S-Bahn mit 150 statt 100 Metern L\u00e4nge, auf die stark frequentierte S12 gelangten. Ins Oberland gelangten sie schrittweise mit einigen Uml\u00e4ufen der S15, welche dann per Juni 2014 fast vollst\u00e4ndig auf das neue Rollmaterial umgestellt wurde \u2013 gleichzeitig wurden auf der S5 nach \u00fcber 20 Jahren die DPZ-Pendelz\u00fcge durch DTZ-Triebz\u00fcge ersetzt, die DPZ gelangten daf\u00fcr (wieder) auf S7, S8 und S15. Grund f\u00fcr die Rochade waren die stets knappen Fahrzeiten und vor allem Fahrgastwechselzeiten auf der S5 \u2013 mit 8 statt 6 T\u00fcren pro 100-Meter-Zug und besserer Beschleunigung erhoffte man sich hier eine deutliche Entspannung.\r\n\r\nDie DTZ blieben allerdings nicht lange auf der S5: Es zeigte sich rasch, dass die im Juni 2014 von DTZ zur\u00fcck auf DPZ umgestellte S8 vor allem zwischen Z\u00fcrich und Pf\u00e4ffikon ZH zu wenig Kapazit\u00e4t hatte und auch ihre Fahrpl\u00e4ne kaum einhalten konnte. Nach eineinhalb Jahren wurden deshalb im Dezember 2015 die DTZ von der S5 auf die S8 versetzt; die inzwischen vorangeschrittene Ablieferung der RV-Dosto erm\u00f6glichte es, die S5 integral mit diesen Z\u00fcgen zu bedienen, w\u00e4hrend auf der S15 wieder verst\u00e4rkt DPZ eingesetzt wurden.\r\n\r\nGleichzeitig wurde im Dezember 2015 auch die vierte Teilerg\u00e4nzung der S-Bahn Z\u00fcrich auf diesem Korridor umgesetzt. In diesem Ausbauschritt wurden die S-Bahn-Linien in Z\u00fcrich neu verkn\u00fcpft, wobei die \u00c4ste im Oberland ihre Nummern und Taktlagen behielten:\r\n<ul>\r\n \t<li>S5 Pf\u00e4ffikon SZ \u2013 Rapperswil \u2013 Z\u00fcrich, neu weiter nach Affoltern a.A. und Zug<\/li>\r\n \t<li>S9 Uster \u2013 Z\u00fcrich, neu weiter nach B\u00fclach \u2013 Rafz \u2013 Schaffhausen<\/li>\r\n \t<li>S14 Hinwil \u2013 Z\u00fcrich neu weiter nach Affoltern am Albis<\/li>\r\n \t<li>S15 Rapperswil \u2013 Z\u00fcrich neu weiter nach Oberglatt \u2013 Niederweningen<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDie S14 fuhr bereits seit Juni 2014 \u00fcber die neue zweite Durchmesserlinie anstatt \u00fcber die alte Nordostbahn-Strecke via Wipkingen in den Z\u00fcrcher Hauptbahnhof, was die Verl\u00e4ngerung ab Dezember 2015 \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glichte.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75384&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75386&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Die letzten Reste der Hauptlinie<\/strong><\/h4>\r\nMit der zunehmenden Abl\u00f6sung der auf der S15 verbliebenen wenigen DPZ durch RABe 511 herrscht im Oberland eine klare Einsatzordnung: sechsteilige Niederflur-Triebz\u00fcge auf den Schnelllinien S5 und S15, DPZ auf den \u00ablangsamen\u00bb S9 und S14.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75387&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Nur zwei Zugl\u00e4ufe erinnern daran, dass die Linie als Hauptlinie einst mehr Funktionen hatte als nur die rasche Anbindung einer wachsenden Agglomeration an Z\u00fcrich. Da ist einerseits das werkt\u00e4gliche G\u00fcterzugs-\u00abPaar\u00bb 50433\/50458, welches Wetzikon an den Rangierbahnhof Limmattal anbindet und dabei auch G\u00fcterwagen in Schwerzenbach abholt, und das mit einer Re 620 einen Hauch \u00abechte Eisenbahn\u00bb ins Glattal bringt.\r\n\r\nAndererseits werden auch die Domino-Pendelz\u00fcge der Linie Rapperswil\u00ad\u2013Schwanden (\u2013Linthal) \u00fcber die Glattal-Linie nach Z\u00fcrich \u00fcberf\u00fchrt (die \u00dcberf\u00fchrung in Gegenrichtung erfolgt zumindest im Fahrplan 2019 \u00fcber W\u00e4denswil\u00ad und Pf\u00e4ffikon SZ).[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75389&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;0&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75388&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text]In Zukunft wird ein weiterer Ausbau der S-Bahn angestrebt: Das Konzept \u00abS-Bahn 2G\u00bb des ZVV plant die Aufteilung des Netzes in eine \u00abinnere\u00bb S-Bahn mit einst\u00f6ckigen stehplatzoptimierten Z\u00fcgen und eine \u00ab\u00e4ussere\u00bb S-Bahn mit Doppelstockz\u00fcgen, welche im Bereich der inneren S-Bahn beschleunigt verkehren sollen. Fahrplantechnisch ist dieses Konzept im Glattal eigentlich schon umgesetzt \u2013 allerdings noch nicht mit den angestrebten Zugsdichten und -Typen. Der Ausbauschritt (AS) 2035, den das Bundesparlament im Juni 2019 verabschiedet hat, bringt gem\u00e4ss provisorischem Angebotskonzept folgendes Raster:\r\n<ul>\r\n \t<li>Sauberer 15-Minuten-Takt der schnellen S-Bahn analog heute<\/li>\r\n \t<li>Sauberer 15-Minuten-Takt der langsamen S-Bahn via Stadelhofen nach Uster<\/li>\r\n \t<li>Zus\u00e4tzlich dazu je halbst\u00fcndlich schnelle und langsame S-Bahnen via Oerlikon \u2013 Wallisellen nach Wetzikon. Neu soll die schnelle anstelle der langsamen S-Bahn nach Hinwil weiterfahren.<\/li>\r\n \t<li>In der Summe erreichen somit ab Z\u00fcrich 12 st\u00fcndliche Z\u00fcge Uster und deren 8 Wetzikon.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nAuch wenn sich dieses Konzept bis zu seiner Umsetzung mehrfach \u00e4ndern d\u00fcrfte: die dazu notwendige Erg\u00e4nzung des Bahnhofs Stadelhofen mit einem vierten Gleis und niveaufreier Verzweigung der Linien nach Tiefenbrunnen und Stettbach ist beschlossene Sache und wird eine weitere Kapazit\u00e4tssteigerung bringen. Auch der Ausbau zwischen Uster und Aathal ist im AS 2035 enthalten.\r\n\r\nKlar ist aber auch, dass mit den angestrebten Zugzahlen zwischen D\u00fcbendorf und Uster die Kapazit\u00e4t dieser \u00fcber 150-j\u00e4hrigen Strecke definitiv ausgereizt sein wird. Ob die Kapazit\u00e4ten reichen werden, um die in der Hautpverkehrszeit heute schon sp\u00fcrbaren Engp\u00e4sse zu beseitigen, ist fraglich. Wenn sich der \u00d6V in der Schweiz mittelfristig in gewohntem Mass weiterentwickeln wird, d\u00fcrfte der Vierspur-Ausbau D\u00fcbendorf \u2013 Uster schon bald zum Thema werden. Auch die Diskussionen \u00fcber den Doppelspurausbau Uster \u2013 Aathal d\u00fcrften aber noch nicht \u00abgegessen\u00bb sein \u2013 die seit Jahren und auch schon ohne Aussicht auf Realisierung teilweise heftig ausgetragene Diskussion \u00fcber die genaue Umsetzung (Tunnel oder offen, mit oder ohne zus\u00e4tzliche Haltestellen, \u00fcber die ganze Strecke oder nur zwischen Oberuster und Aathal) d\u00fcrfte hier weiterhin f\u00fcr Z\u00fcndstoff in den Debatten auf allen Ebenen sorgen.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75391&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75392&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]Im Siedlungsband zwischen D\u00fcbendorf und Uster leben heute 90&#8217;000 Einwohner, hinter Uster kommen bis Rapperswil-Jona noch einmal 70&#8217;000 dazu, und die Tendenz zeigt in allen St\u00e4dten weiter aufw\u00e4rts. Es ist zu hoffen, dass die einstige Nebenbahn mit dieser Entwicklung auch in Zukunft Schritt halten kann.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;0&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75390&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass eine Stadt nach einer Bahnlinie benannt wird, ist eher selten. Trotzdem ist in der Fachwelt die &#8222;S5-Stadt&#8220; durchaus ein Begriff &#8211; wir beleuchten Geschichte und Verkehr auf der Linie ins Z\u00fcrcher Oberland, welche weit mehr als nur eine halbst\u00fcndliche S-Bahn zu bieten hat. ","protected":false},"author":2,"featured_media":75371,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[133,134,135,136],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75351"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75351"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75396,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75351\/revisions\/75396"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}