{"id":73660,"date":"2011-11-25T18:26:44","date_gmt":"2011-11-25T18:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.ovpanorama.ch\/?p=73660"},"modified":"2019-01-23T19:52:12","modified_gmt":"2019-01-23T19:52:12","slug":"der-letzte-sommer-der-rbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/2011\/11\/25\/der-letzte-sommer-der-rbe\/","title":{"rendered":"Der letzte Sommer der RBe"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;article-heading&#8220;]<span class=\"font-762333\" style=\"color: #000080;\">Neue Fahrzeuge verdr\u00e4ngen die Regionalzugskompositionen aus den 60er Jahren. Im Sommer 2011 stehen sie zum letzten Mal in grosser Zahl im Einsatz. Ein Augenschein zum Abschied auf den Linien rund um Z\u00fcrich und Lausanne.<\/span>[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#8220;article-author&#8220;]Ein Bericht von Dominic Stucki (Text und Fotos).[\/vc_column_text][vc_column_text]Die Pendler rund um Z\u00fcrich sind sich uneins: Die einen hassen sie wegen den beschlagenen Scheiben im Winter, dem hohen Ger\u00e4uschpegel, Platzmangel und dem Durchzug an den Fensterpl\u00e4tzen. Andere m\u00f6gen sie wegen der angenehm schummrigen Beleuchtung, der wohligen W\u00e4rme der alten Heizung an kalten Wintertagen und dem erfrischenden Luftzug bei ge\u00f6ffnetem Fenster im Sommer. Die Rede ist, erfahrene S-Bahn-Z\u00fcrich-Pendler ahnen es bereits, von den alten RBe-540-Kompositionen, die nur noch zu Spitzenzeiten eingesetzt werden. Doch nicht mehr lange: Die \u00c4ra der heute 45-j\u00e4hrigen Fahrzeuge neigt sich unaufhaltsam ihrem Ende entgegen. H\u00f6chste Zeit f\u00fcr eine R\u00fcckschau auf ein Kapitel Fahrzeuggeschichte bei der SBB.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75279&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Ein neues Konzept<\/strong><\/h4>\r\nDie Beschaffung der RBe 4\/4-Triebwagen geht auf die F\u00fcnfzigerjahre zur\u00fcck, als die SBB zur Modernisierung ihres Fahrzeugparks ein \u00abtraktionstechnisches Konzept\u00bb ausarbeitete. Dieses sah vor, die meisten Leistungen mit nur noch drei verschiedenen Fahrzeugtypen abzudecken. Neben den Lokomotiven Ae 6\/6 und Re 4\/4 II war darin auch die Beschaffung von \u00abschweren Personentriebwagen\u00bb vorgesehen, die vor allem vor leichten und mittelschweren, teilweise verpendelten, Personenz\u00fcgen sowie G\u00fcterz\u00fcgen mit Personenbef\u00f6rderung zum Einsatz kommen sollten. Nicht vorgesehen war hingegen der Einsatz im S-Bahn-Verkehr; f\u00fcr diesen Aufgabenbereich sollte eine kleine Serie von speziellen Triebz\u00fcgen (RABDe 12\/12) beschafft werden.\r\n\r\nDie sechs Prototypen wurden 1959-1960 abgeliefert und aufgrund aktuten Rollmaterialmangels sofort vor langen St\u00e4dteschnellz\u00fcgen eingesetzt; eine Aufgabe, f\u00fcr die sie eigentlich nicht konzipiert waren.\r\n\r\nDie 76 Seriefahrzeuge gelangten von 1963-1966 zur Ablieferung und kamen vorerst in Einzeldiensten zum Einsatz. 1965 und 1969 bestellte die SBB je 20 Steuerwagen DZt, 1974 30 weitere vom Typ BDt. Dank der Vielfachsteuerung IIId konnten sie neben dem RBe 4\/4 auch mit anderen Fahrzeugen verwendet werden.\r\n\r\nJahrzehntelang waren die RBe 4\/4 dannach mehr oder weniger gleichm\u00e4ssig \u00fcber alle Kreise verteilt im Einsatz, wenngleich sie ab den Siebzigerjahren durch die Re 4\/4 II in untergeordnete Dienste verdr\u00e4ngt wurden.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75277&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Hauptrevision R4<\/strong><\/h4>\r\nEnde der Achtzigerjahre bahnten sich gr\u00f6ssere \u00c4nderungen an. Zum einen hatten die Fahrzeuge die H\u00e4lfte ihrer Lebensdauer erreicht und mussten hauptrevidiert werden. Zum anderen wurde f\u00fcr die S-Bahn Z\u00fcrich, die kurz vor dem Start stand, ein grosser Fahrzeugebedarf angemeldet. Weil die SBB auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsrechnung die Revision und Ert\u00fcchtigung f\u00fcr weitere 25 Einsatzjahre dem vorzeitigen Ersatz vorzog, wurde eine Hauptrevision R4 f\u00fcr die RBe 4\/4 und das zugeh\u00f6rige Wagenmaterial beschlossen. Die Fahrzeuge sollten ab 1990 zur \u00dcberbr\u00fcckung des Fahrzeugmangels auf der S-Bahn Z\u00fcrich eingesetzt werden und anschliessend Regionalzugdienste \u00fcbernehmen, um dort die letzten lokbespannten Kompositionen abzul\u00f6sen.\r\nKurz vor Beginn des S-Bahn-Einsatzes wurden in einer Blitzaktion s\u00e4mtliche noch nicht hauptrevidierten Fahrzeuge mit Zugfunk und Thyristor-Lastschalter ausgestattet. Letztere sollten die elektromechanischen Lastschalter im harten S-Bahn-Betrieb weitgehend entlasten, \u00fcberm\u00e4ssigen Kontaktabbrand vermeiden und das Ruckeln beim elektrischen Bremsen massiv reduzieren.\r\n\r\nTeil der ordentlichen, von 1987 bis 1996 durchgef\u00fchrten R4 waren dann die komplette Neuverkabelung, Einrichtung von ZUB und seitenselektiver T\u00fcrsteuerung sowie die Modernisierung des Fahrgastraums. Im Laufe der Zeit kamen aufgrund des S-Bahn-Einsatzes weitere Arbeiten hinzu, so zum Beispiel der Einbau von Scheinwerfern, einer Scheibenwaschanlage und aussenb\u00fcndiger T\u00fcren sowie ein Neuanstrich in NPZ-Farben und Umnummerierung zu RBe 540. Die bereits revidierten Fahrzeuge mussten daraufhin erneut angepasst werden, so dass erst 1998 ein homogener Fahrzeugpark bestand.\r\n\r\nNeben den RBe wurden bereits seit 1985 auch Zwischen- und Steuerwagen vom Typ EW I\/II modernisiert, erstere auch im Hinblick als Einsatz in den neuen NPZ. Zus\u00e4tzlich wurden 21 ABt-Steurwagen zu BDt umgebaut.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75278&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243; lbox_no_arrows=&#8220;yes&#8220;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Im S-Bahn-Einsatz<\/strong><\/h4>\r\nZum Start der S-Bahn auf den Fahrplanwechsel Mai 1990 wurden alle verf\u00fcgbaren RBe 4\/4 in Z\u00fcrich zusammengezogen. Weil nur 24 der ausschliesslich f\u00fcr die S-Bahn beschafften DPZ (Doppelstock-Pendelzug) und einige zus\u00e4tzliche Doppelstockwagen zur Verf\u00fcgung standen, wurde ein \u00dcbergangsbetrieb eingerichtet. Mit 51 RBe-Triebwagen wurden 4-teilige (100 m) und 6-teilige (150 m) Pendelz\u00fcge gebildet. Je nach Fahrgastaufkommen verkehrten, genau wie bei den DPZ, bis zu drei bzw. zwei Einheiten in Vielfachsteuerung. Der erstmalige Einsatz von drei RBe 540 in einem Zug f\u00fchrte dabei zu Elektronikproblemen, welche die HW Z\u00fcrich aber relativ schnell in den Griff bekam.\r\n\r\nF\u00fcr den St\u00f6rungsfall standen zus\u00e4tzlich zwei Dispo-Z\u00fcge bereit, die aus sechs Zwischenwagen mit einem RBe 4\/4 an jedem Ende formiert waren. Diese, heute fast ausschliesslich verwendete und als \u00abSandwich\u00bb bekannte Formation war schon kurz nach Ablieferung der RBe 4\/4 aufgrund Steuerwagenmangel und 1971 auf der Goldk\u00fcstenlinie als \u00abMirage\u00bb-Ersatz erprobt worden.\r\n\r\nMit fortschreitender Ablieferung der DPZ konnten im Laufe der Zeit immer mehr RBe-Pendelz\u00fcge ersetzt und in den Regionalverkehr verschoben werden. Als drei- oder vierteilige Kompositionen deckten sie in der zweiten H\u00e4lfte der neunziger Jahre in grossen Teilen der Ostschweiz und des Mittellandes den Regionalzugverkehr ab.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][vc_column_text el_class=&#8220;figcaption&#8220;]<strong>Titelbild:<\/strong> Als S19018 und S19024 f\u00fchren die RBe 540 als \u00abSandwich\u00bb fr\u00fchmorgens zwei Zusatzz\u00fcge von Romanshorn nach Z\u00fcrich Hardbr\u00fccke. Ersterer ist im Jahr 2011 aus zwei RBe-BDt-Pendeln zusammengesetzt und ist mit 12 Wagen das l\u00e4ngste \u00abSandwich\u00bb bei der S-Bahn Z\u00fcrich.\r\nAls gegen Ende des Winters die Tage wieder l\u00e4nger wurden, konnte es der Fotograf nat\u00fcrlich kaum erwarten, diese Z\u00fcge endlich abzulichten. Und so kam es nach aufw\u00e4ndigen Berechnungen und Vorausplanungen an diesem bitterkalten Morgen just bei Sonnenaufgang zu diesem Bild, als der Doppel-RBe-Pendel im allerersten Licht des Tages unter gewohnt brachialer Soundkulisse auf der 12-Promille-Rampe in Richtung Winterthur braust.\r\n\r\nFoto: Dominic Stucki[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row unlock_row_content=&#8220;yes&#8220; row_height_percent=&#8220;40&#8243; override_padding=&#8220;yes&#8220; h_padding=&#8220;0&#8243; top_padding=&#8220;0&#8243; bottom_padding=&#8220;0&#8243; overlay_alpha=&#8220;50&#8243; gutter_size=&#8220;3&#8243; column_width_percent=&#8220;100&#8243; shift_y=&#8220;0&#8243; z_index=&#8220;0&#8243;][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75274&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_poster=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;3\/4&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75275&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Der Anfang vom Ende<\/strong><\/h4>\r\nDie Annahme einer Resteinsatzdauer von 20-25 Jahren stellte sich schnell als unrealistisch heraus. Mit der Revision des Eisenbahngesetzs wurde ein tiefgreifender Wandel im Regionalverkehr eingeleitet.\u00a0 Niederflureinstieg, Mehrzweckabteil, Klimaanlage und ein heller, freundlicher Innenraum geh\u00f6rten alsbald zum Standard f\u00fcr Regionalfahrzeuge. Die RBe 540 erf\u00fcllten keines dieser Kriterien und wurden bei Fahrg\u00e4sten und den Kantonen, die den Regionalverkehr bestellen und finanzieren, schnell unbeliebt.\r\n\r\nAb 2004 begann in der Ostschweiz die Abl\u00f6sung der RBe-Pendelz\u00fcge durch moderne Gelenktriebwagen von Thurbo. Gleichzeitig traten nach dem Wechsel des Unterhaltsstandorts von der HW Z\u00fcrich ins IW Yverdon Probleme mit Rissen in den Radsatzwellen auf. Nur mit grossem Einsatz konnte ein Grounding der Flotte vermieden werden. Dennoch standen zeitweise mangels Werkstattkapazit\u00e4ten bis zu 30 Triebwagen ausser Betrieb.\r\n\r\nF\u00fcr die in der Ostschweiz abgel\u00f6sten Fahrzeuge wurden vorerst neue Aufgaben gefunden. Die dritte Teilerg\u00e4nzung der S-Bahn Z\u00fcrich hatte einen erh\u00f6hten Fahrzeugbedarf zur Folge, der bis zur Ablieferung der neuen Doppelstockz\u00fcge teilweise durch RBe-Pendel abgedeckt wurde, wobei fast ausschliesslich \u00abSandwiches\u00bb zum Einsatz kamen. Zudem wurden die HVZ-Zusatzz\u00fcge vermehrt mit RBe-Doppelpendeln gef\u00fchrt. Immer wieder kamen RBe 540 auch zu Fernverkehrs-Ehren, sei es als Dispozug ab Z\u00fcrich, als Extrazug an Grosskampftagen oder als Bespannung f\u00fcr den Entlastungsschnellzug Z\u00fcrich-Chur.\r\n\r\nIn der zweiten H\u00e4lfte des Jahrzehnts nahm die SBB in grosser Zahl neue Regionalfahrzeuge vom Typ \u00abFLIRT\u00bb in Betrieb, womit die meisten RBe-Pendelz\u00fcge im Mittelland abgel\u00f6st werden konnten. F\u00fcr die verbliebenen Eins\u00e4tze reichte ein Teil der Flotte aus, so dass ab 2007, nur gerade 11 Jahre nach Abschluss der Hauptrevisionen, eine Welle von Ausrangierungen einsetzte.[\/vc_column_text][vc_accordion][vc_accordion_tab title=&#8220;Eins\u00e4tze 2011&#8243; tab_id=&#8220;1535988182-1-881536002842530&#8243;][vc_column_text]RBe-540 werden noch auf folgenden Linien regul\u00e4r eingesetzt:\r\n<ul>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; Winterthur &#8211; Schaffhausen<\/li>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; B\u00fclach &#8211; Schaffhausen<\/li>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; Romanshorn<\/li>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; Muri &#8211; Arth-Goldau<\/li>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; Koblenz<\/li>\r\n \t<li>Z\u00fcrich &#8211; Thalwil &#8211; Zug (- Arth-Goldau)<\/li>\r\n \t<li>Wettingen &#8211; Olten<\/li>\r\n \t<li>Morges &#8211; Lausanne &#8211; St-Maurice<\/li>\r\n \t<li>Romont &#8211; Palezieux<\/li>\r\n<\/ul>\r\nZus\u00e4tzlich sind, insbesondere im Raum Z\u00fcrich, jederzeit Eins\u00e4tze als Dispopendel m\u00f6glich.\u00a0Die Triebwagen fahren solo zudem diverse Sondereins\u00e4tze wie den Gefangenentransportzug, den Mitarbeitershuttle im Vorbahnhof von Z\u00fcrich und diverse Fahrzeug\u00fcberfuhren.[\/vc_column_text][\/vc_accordion_tab][\/vc_accordion][vc_column_text]Bis heute sind 46 Fahrzeuge, haupts\u00e4chlich im Raum Z\u00fcrich, im Einsatz verblieben. Ihr Haupteinsatzgebiet besteht vor allem aus den HVZ-Einschaltz\u00fcgen der S-Bahn Z\u00fcrich und Dispoz\u00fcgen f\u00fcr Fernverkehr und S-Bahn. Als IR Z\u00fcrich-Schaffhausen bzw. -Arth-Goldau leisten sie 2011 sogar Fernverkehrsdienste und werden im Weiteren f\u00fcr diverse betriebliche Aufgaben ben\u00f6tigt.\r\n\r\nIn der zweiten H\u00e4lfte 2011 liess sich bereits eine Abnahme der verbliebenen Leistungen beobachten. Von den Zusatzz\u00fcgen St-Maurice &#8211; Lausanne verkehrt nur noch einer mit RBe 540; im Raum Z\u00fcrich wurde bei mehreren \u00abSandwiches\u00bb ein Triebwagen durch eine Re 4\/4 II ersetzt.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75272&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75280&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_column_text]\r\n<h4><strong>Abl\u00f6sung durch Doppelstockz\u00fcge<\/strong><\/h4>\r\n2011 hat die SBB mit dem Projekt \u00abLION\u00bb den Ersatz der letzten RBe 540 eingeleitet. Doppelstock-Pendelz\u00fcge, bestehend aus \u00fcberfl\u00fcssig gewordenen DPZ-Zwischenwagen und einer Re 4\/4 II an beiden Enden sollen die alten Kompositionen im HVZ-Verkehr ersetzen. Diese neuen, \u00abHVZ-D\u00bb genannten Einschaltz\u00fcge weisen dank den Doppelstockwagen eine h\u00f6here Platzzahl bei gleicher Zugl\u00e4nge auf und k\u00f6nnen mit den DPZ-Fahrzeiten nahezu mithalten.\r\n\r\nZwischen 2012 und 2016 sollen pro Jahr 3-4 Kompositionen in Betrieb gehen. Das Ende der RBe-540-Eins\u00e4tze k\u00f6nnte freilich schon viel fr\u00fcher kommen, denn die Ablieferung der neuen RV-Dosto setzt mit den Re 4\/4 II und DPZ Rollmaterial frei, das sich f\u00fcr einen kurzfristigen Ersatz der RBe 540 bis zur Inbetriebnahme aller HVZ-D eignen w\u00fcrde. Gesichert ist jedoch nichts, denn die RBe 540 haben sich schon einmal kurz vor einer Ausrangierung als unverzichtbar gezeigt. Vom Ende dieser Fahrzeuge kann daher erst gesprochen werden, wenn das letzte Exemplar von den Schienen verschwunden ist.\r\n\r\nEines jedoch scheint sicher: In so hoher Zahl wie 2011 werden diese Fahrzeuge wohl nie mehr im Einsatz stehen. Und wenn dereinst im Sommer in den unklimatisierten HVZ-D tropische Temperaturen herrschen, wird sich der eine oder andere Fahrgast an die alten RBe-Kompositionen erinnern, an L\u00e4rm und Platzmangel, aber auch an den k\u00fchlenden Fahrtwind, der ihm bei offenem Fenster um die Ohren geweht hat. Und er wird vielleicht etwas wehm\u00fctig an den Sommer 2011 zur\u00fcckdenken &#8211; an den letzten Sommer der RBe.[\/vc_column_text][vc_single_image media=&#8220;75273&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][vc_single_image media=&#8220;75276&#8243; caption=&#8220;yes&#8220; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/4&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_accordion][vc_accordion_tab title=&#8220;Literatur&#8220; tab_id=&#8220;1535988182-1-8815360028425301536003142046&#8243;][vc_column_text]Noch existiert kein umfassendes Werk \u00fcber diese Fahrzeuge. Weiterf\u00fchrende Informationen finden sich jedoch in diversen Zeitschriften:\r\n<ul>\r\n \t<li>Schweizer Eisenbahn Revue, Minirex-Verlag, Luzern, diverse Ausgaben. Insbesondere: Kobelt, W. u.a.: \u00abDie Hauptrevision der RBe 4\/4-Triebwagen der SBB\u00bb, in: Schweizer Eisenbahn Revue, 12\/1992, S. 527 ff.<\/li>\r\n \t<li>Schweizerische Bauzeitung \/ Schweizer Ingenieur und Architekt, diverse Ausgaben. Insbesondere: Gerber, F.: \u00ab\u00dcber das traktionstechnische Konzept der SBB\u00bb, in: Schweizerische Bauzeitung, 26\/1964, S. 505 ff.<\/li>\r\n \t<li>Studer, B.: \u00ab\u00dcbriges Rollmaterial der S-Bahn Z\u00fcrich\u00bb in: Schweizer Ingenieur und Architekt, 29\/1991,\r\n695 ff.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDie \u00abSchweizerische Bauzeitung\u00bb bzw. ihr Nachfolger \u00abSchweizer Ingenieur und Architekt\u00bb sind online unter http:\/\/retro.seals.ch kostenlos verf\u00fcgbar.[\/vc_column_text][\/vc_accordion_tab][vc_accordion_tab title=&#8220;Nachtrag (2011-2015)&#8220; tab_id=&#8220;1539006892878-1-10&#8243;][vc_column_text]Nachdem dieser Beitrag im November 2011 erschienen war, gingen die RBe-Eins\u00e4tze im S-Bahn-Verkehr stark abgenommen. Im Mai 2012 waren noch 13 Pendelz\u00fcge formiert, auf der S21\/S24 Z\u00fcrich &#8211; Horgen (- Zug) waren die Eins\u00e4tze bereits stark zur\u00fcckgegangen. Kurz darauf wurden auch die S11 Z\u00fcrich &#8211; Winterthur &#8211; Schaffhausen durch HVZ-D und Doppelstocktriebz\u00fcge \u00fcbernommen, der S33-Umlauf zur folgte per Fahrplanwechsel. Im September \u00fcbernahmen DPZ zwei von drei S- und S11-Dienste nach Romanshorn und eine R\u00fcckfahrt am Morgen, ebenso endete der Einsatz auf dem RE Olten-Wettingen.\r\n\r\nMit dem Fahrplanwechsel 2012\/13 endeten weitere Eins\u00e4tze. Am Morgen fuhren fortan noch RBe-Pendelz\u00fcge ab B\u00fclach, Niederweningen, Romanshorn, Winterthur, Ziegelbr\u00fccke und Zug nach Z\u00fcrich, abends standen Leistungen nach B\u00fclach, Baden, Romanshorn und Ziegelbr\u00fccke auf dem Programm. Dazu kamen ganzt\u00e4gige Eins\u00e4tze als RE nach Schaffhausen (jeder 2. Umlauf) und als Ersatzzug. Als besonderes Schmankerl wurde der Umlauf Z\u00fcrich &#8211; Baden- Z\u00fcrich &#8211; Romanshorn (abends) und Romanshorn-Z\u00fcrich (morgens) mit einem 11-teiligen Pendelzug mit drei RBe-540-Triebwagen gefahren.\r\n\r\nAnfang 2013 zeichnete sich ein Engpass bei den Re 4\/4 II ab. In der Folge kamen diverse RBe 540 zu Eins\u00e4tzen im Fernverkehr. Dabei wurden entweder ganze RBe-Pendelz\u00fcge eingesetzt (z.B. als IR Biel &#8211; Konstanz oder Z\u00fcrich &#8211; Bern via Burgdorf) oder ein einzelner Triebwagen als \u00abLokersatz\u00bb verwendet (z.B. Richtung Chur und Buchs SG). Als Traktion f\u00fcr die EN-Nachtz\u00fcge auf dem Abschnitt Z\u00fcrich-Buchs kamen die Triebwagen im Herbst ihrer Karriere sogar nochmals zu Ehren im internationalen Fernverkehr. Im Juli 2013 waren dann die S-Bahn-Eins\u00e4tze auf drei Uml\u00e4ufe geschrumpft, die Z\u00fcge kamen von Z\u00fcrich aus noch nach Baden, B\u00fclach, Romanshorn und Ziegelbr\u00fccke. Am 5. Oktober verkehrte zum letzten Mal der 11-teilige Monster-Pendel nach Romanshorn.\r\n\r\nAb Fahrplanwechsel 2013\/14 verblieben noch f\u00fcnf Sandwich-Kompositionen die jeweils einmal pro Tag nach B\u00fclach bzw. Ziegelbr\u00fccke und zur\u00fcck fuhren sowie insgesamt viereinhalb Kurspaare auf der S21 Z\u00fcrich &#8211; Zug \u00fcbernahmen. Im Sommer kam es wiederum zu regelm\u00e4ssigen Eins\u00e4tzen im Fernverkehr, daf\u00fcr endeten aber mit der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie im Juli 2014 die Eins\u00e4tze zwischen Zug bzw. Ziegelbr\u00fccke und Z\u00fcrich. Mit noch zwei achtteiligen Sandwiches wurden das letzte verbleibende regelm\u00e4ssige Zugpaar S 18021\/18066 B\u00fclach-Stadelhofen-B\u00fclach und saisonale Zusatzz\u00fcge Z\u00fcrich &#8211; G\u00f6schenen abgedeckt, die restlichen der insgesamt 28 noch vorhandenen Triebwagen kam nur mehr sporadisch zum Einsatz.\r\n\r\nEnde August 2014 endeten die Eins\u00e4tze zwischen Z\u00fcrich und B\u00fclach und damit der planm\u00e4ssige RBe-Verkehr auf der S-Bahn-Z\u00fcrich. Einzig der ZVV-Dispopendel war noch mit RBe 540 best\u00fcckt. Am 26. Oktober 2014 fuhr zum letzten Mal ein planm\u00e4ssig eingeteilter RBe-Pendel als IR 2286 von G\u00f6schenen nach Z\u00fcrich. Fortan kamen die Fahrzeuge nur noch ausserplanm\u00e4ssig als Ersatzz\u00fcge zum Einsatz. Dies jedoch nicht selten: Beinahe t\u00e4glich h\u00e4uften sich in den Eisenbahnforen Meldungen \u00fcber RBe 540, die mit oder ohne Pendelzug als Ersatz eingesprungen waren. Und w\u00e4hrend die meisten Fotografen damit rechneten, auch 2015 noch einzelne Ersatzleistungen mit RBe 540 vor die Linse zu bekommen, war pl\u00f6tzlich Schluss. Am 12. Dezember 2014 wurde bekannt, dass die SBB per 14.12.14 s\u00e4mtliche RBe 540 groundet. Der letzte verb\u00fcrgte Einsatz war ein Ersatzzug Z\u00fcrich-Bassersdorf-Luzern-Z\u00fcrich am 13. Dezember. Von da an standen die R\u00e4der der einst stolzen St\u00e4dteschnellzug-Triebwagen still. Was f\u00fcr eine Ironie, dass es ausgerechnet der Fernverkehr war, das urspr\u00fcngliche Einsatzgebiet dieser vielseitigen Fahrzeuge, der bis zum letzten Tag nicht auf die Dienste der zuverl\u00e4ssigen Triebwagen verzichten konnte.\r\n\r\nDie meisten Fahrzeuge wurden anschliessend verschrottet, einzelne Exemplare \u00fcberlebten bei SBB Historic und dem DSF.[\/vc_column_text][\/vc_accordion_tab][\/vc_accordion][\/vc_column][\/vc_row]<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Fahrzeuge verdr\u00e4ngen die Regionalzugskompositionen aus den 60er Jahren. Im Sommer 2011 stehen sie zum letzten Mal in grosser Zahl im Einsatz. Ein Augenschein zum Abschied auf den Linien rund um Z\u00fcrich und Lausanne.","protected":false},"author":1,"featured_media":73850,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[85,93,94],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73660"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73660"}],"version-history":[{"count":61,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73796,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73660\/revisions\/73796"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ovpanorama.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}